Wir haben's geschafft, der Keks und ich.
Und das obwohl der Keks geschrieben hat, dass das mit dem Sog und Wellenschlag nicht so radikal ernst genommen werden muss und dass auch gesunkene Fahrzeuge stillliegende Fahrzeuge sind und dass ein grünes und ein weißes Licht bei Nacht das Zeichen für eine gekenterte, nicht frei fahrende Fähre wäre.
Segellehrer C. kann stolz auf uns sein hat jetzt wieder seine Nicht-Durchfall-Quote erhöht und kann im nächsten Kurs erzählen, wenn die das geschafft haben, schafft das jeder.
Wir müssen innerhalb der nächsten 12 Monate die beiden praktischen Prüfungen (Motor und Segel) machen. Ich seh da bei mir noch so ein paar Probleme.
Erstens weiß ich nie, wo der Wind gerade ist, geschweige denn, woher er kam, bevor er da war.
Zweitens verwechsle ich nach wie vor rechts und links, da hilft es auch nichts, dass das jetzt steuerbord und backbord heißt.
Drittens besteht beim Segeln erhöhtes Fingernagel-Abbruchrisiko, was meine Manövrierfähigkeit desöfteren beeinträchtigt.
Motorboot soll ja nicht sooo schwierig sein, vielleicht klappt das besser. Ansonsten fahr ich doch lieber wieder Bahn oder Fahrrad.
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Dienstag, Juli 17
Montag, Juli 16
Blaues Funkellicht
Das ganze Wochenende haben der Keks und ich mit unseren Segelbüchern im Ausnahmezustand verbracht. Ich hab die ganze Nacht von Fendern, Tampen und Drempeln geträumt (nicht, dass ich die Unterschiede kennen würde). Heute Nachmittag ist es soweit: Sportbootführerschein Binnen Theorieprüfung.
Der Keks und ich haben folgende Regeln erarbeitet, die uns die Beantwortung der Prüfungsfragen erleichtern werden:
Wenn gar nichts mehr geht: Sog und Wellenschlag vermeiden. Lüften. Umwelt schützen.
Beim Motorboot: immer Kraftstoffstand, Kühlwasserstand und Ölstand im Auge behalten, wenn Lampe leuchtet ist was kaputt, im Zweifel die Lampe
Bei allen Wartungsfragen: immer Allgemeinzustand begutachten ("Der Kutter sieht irgendwie nicht mehr ganz so fit aus, oder?")
Grundsätzlich: kritische Situationen meiden, Geschwindigkeit drosseln, Abstand halten, Fahrrinne frei machen, Hilfe holen, zügig und entschlossen sein, Sog und Wellenschlag vermeiden, lüften, Umweltschutz beachten.
Unsere Lieblingsfrage mit Modellantwort unseres Theorielehrers:
Ein Fahrzeug mit blauem Funkellicht nähert sich. Um welches Fahrzeug handelt es sich und was ist zu beachten?
Es handelt sich um ein Fahrzeug der Überwachungsbehörden. Der letzte Nüchterne ist schnellstens zum Schiffsführer zu wählen.
Der Keks und ich haben folgende Regeln erarbeitet, die uns die Beantwortung der Prüfungsfragen erleichtern werden:
Wenn gar nichts mehr geht: Sog und Wellenschlag vermeiden. Lüften. Umwelt schützen.
Beim Motorboot: immer Kraftstoffstand, Kühlwasserstand und Ölstand im Auge behalten, wenn Lampe leuchtet ist was kaputt, im Zweifel die Lampe
Bei allen Wartungsfragen: immer Allgemeinzustand begutachten ("Der Kutter sieht irgendwie nicht mehr ganz so fit aus, oder?")
Grundsätzlich: kritische Situationen meiden, Geschwindigkeit drosseln, Abstand halten, Fahrrinne frei machen, Hilfe holen, zügig und entschlossen sein, Sog und Wellenschlag vermeiden, lüften, Umweltschutz beachten.
Unsere Lieblingsfrage mit Modellantwort unseres Theorielehrers:
Ein Fahrzeug mit blauem Funkellicht nähert sich. Um welches Fahrzeug handelt es sich und was ist zu beachten?
Es handelt sich um ein Fahrzeug der Überwachungsbehörden. Der letzte Nüchterne ist schnellstens zum Schiffsführer zu wählen.
Dienstag, Januar 9
Aerobic 2
Mich hat ja zu Jahresanfang wieder die Sport-Lust gepackt. Und so war ich gestern abend fleißig im Gym. Halbe Stunde Fahrrad, halbe Stunde Crosstrainer. Und dann wäre ich besser nach Hause gegangen. Stattdessen dachte ich, in einem Anflug von Größenwahn, ich könnte jetzt noch super eine Stunde Aerobic 2 mitmachen.
Das Problem ist, dass ich nicht unbedingt ein Bewegungsgenie bin. Ich verwechsle schon mal rechts und links und oben und unten. Und meine Beine machen auch (anders als die Trainer das gerne behaupten) nichts von selber, sondern sie müssen durch gezielte Befehle über Großhirn und Rückenmark gesteuert werden. Schritt für Schritt. Deshalb ist diese Aerobic-Sache nicht so einfach für mich.
Aerobic 1-Kurse gibt es leider nicht zu einer mit meinem Job verträglichen Uhrzeit, so dass ich gezwungen bin den Aerobic 2-Kurs mit meiner Anwesenheit zu belästigen. Wenn ich sehr konzentriert bin und nicht so drauf achte, dass es gut aussieht, sondern nur, dass ich die richtigen Schritte mit den richtigen Füßen mache und es keine weiteren Widrigkeiten gibt, dann komm ich meistens leidlich zurecht und es macht sogar Spaß.
Gestern gab es leider einige widrige Umstände. Erstens war ich fünf Minuten zu spät und hatte die ersten Schritte schon verpasst. Außerdem war die Musik sehr laut und der Trainer sehr leise, so dass ich ihn nicht verstehen konnte und versuchen musste nachzuahmen, was er machte, ohne verbale Anweisungen. Und außerdem hatte ich kaum Platz, mich zu bewegen. Zugegeben, alle anderen kamen gut zurecht. Ich aber gar nicht. Und so musste ich nach 15 Minuten frustriert aufgeben.
Mein Stolz auf die Stunde Kardiotraining, die ich tadellos absolviert hatte, war auch verflogen. Ich bin duschen gegangen und dann nach Hause. Ein Buch lesen, hat super geklappt.
Das Problem ist, dass ich nicht unbedingt ein Bewegungsgenie bin. Ich verwechsle schon mal rechts und links und oben und unten. Und meine Beine machen auch (anders als die Trainer das gerne behaupten) nichts von selber, sondern sie müssen durch gezielte Befehle über Großhirn und Rückenmark gesteuert werden. Schritt für Schritt. Deshalb ist diese Aerobic-Sache nicht so einfach für mich.
Aerobic 1-Kurse gibt es leider nicht zu einer mit meinem Job verträglichen Uhrzeit, so dass ich gezwungen bin den Aerobic 2-Kurs mit meiner Anwesenheit zu belästigen. Wenn ich sehr konzentriert bin und nicht so drauf achte, dass es gut aussieht, sondern nur, dass ich die richtigen Schritte mit den richtigen Füßen mache und es keine weiteren Widrigkeiten gibt, dann komm ich meistens leidlich zurecht und es macht sogar Spaß.
Gestern gab es leider einige widrige Umstände. Erstens war ich fünf Minuten zu spät und hatte die ersten Schritte schon verpasst. Außerdem war die Musik sehr laut und der Trainer sehr leise, so dass ich ihn nicht verstehen konnte und versuchen musste nachzuahmen, was er machte, ohne verbale Anweisungen. Und außerdem hatte ich kaum Platz, mich zu bewegen. Zugegeben, alle anderen kamen gut zurecht. Ich aber gar nicht. Und so musste ich nach 15 Minuten frustriert aufgeben.
Mein Stolz auf die Stunde Kardiotraining, die ich tadellos absolviert hatte, war auch verflogen. Ich bin duschen gegangen und dann nach Hause. Ein Buch lesen, hat super geklappt.
Freitag, Januar 5
Sozialer Druck
Gestern hatte ich zum ersten Mal meine Sporttasche mit in der Firma. Es ist zwar sehr unpraktisch, sich im Berufsverkehr mit einer Sporttasche (meine ist sehr groß!) in die U-Bahn zu quetschen, erhöht aber die Chancen, abends tatsächlich zum Sport zu gehen, gewaltig. Man versucht schließlich doch zu verhindern, die Tasche unverrichteter Dinge wieder nach Hause zu tragen. Außerdem ist der Berufsverkehr, wenn ich jetzt mal kurz ehrlich bin, eigentlich schon deutlich am Abflachen, wenn ich zur Arbeit fahre.

Was ich nicht bedacht hatte, war die Massivität des sozialen Drucks, den so eine Sporttasche erzeugt. Auf dem Weg vom Empfang zu meinem Schreibtisch musste ich etwa fünf Mal erläutern, dass ich
a) noch zum Sport will und
b) ja, hat schon was mit den Neujahrsvorsätzen zu tun und
c) dass ich Aerobic mache und
d) in der Kaifu und
e) ich versuche regelmäßig, aber klappt nicht immer so gut.
Als ich meine Tasche neben meinem Mobi-Schrank abstelle, fragt
Chefin1: Was hast du mit der Tasche vor?
Phoebe: Ich geh heut noch in die Kaifu.
Chefin 1: Was? Du fliegst heut noch nach Korfu?
Phoebe: Ja, genau, ein bisschen Dance Aerobic.
Prompt haben mich heute morgen schon drei Leute gefragt, wie's denn so war gestern auf Korfu.

Was ich nicht bedacht hatte, war die Massivität des sozialen Drucks, den so eine Sporttasche erzeugt. Auf dem Weg vom Empfang zu meinem Schreibtisch musste ich etwa fünf Mal erläutern, dass ich
a) noch zum Sport will und
b) ja, hat schon was mit den Neujahrsvorsätzen zu tun und
c) dass ich Aerobic mache und
d) in der Kaifu und
e) ich versuche regelmäßig, aber klappt nicht immer so gut.
Als ich meine Tasche neben meinem Mobi-Schrank abstelle, fragt
Chefin1: Was hast du mit der Tasche vor?
Phoebe: Ich geh heut noch in die Kaifu.
Chefin 1: Was? Du fliegst heut noch nach Korfu?
Phoebe: Ja, genau, ein bisschen Dance Aerobic.
Prompt haben mich heute morgen schon drei Leute gefragt, wie's denn so war gestern auf Korfu.
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