Posts mit dem Label company werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label company werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, August 23

beach party postponed

Kollegin C. hat gekündigt. Damit haben in meiner Abteilung seit März fünf Leute gekündigt. Langsam hab ich auch keine Lust mehr.

Eigentlich war uns ja für Freitag ein Super-Sommerfest am Elbstrand versprochen.
Leider war am Dienstag die Wettervorhersage für Freitag sehr schlecht (Regen, kalt, bäh). Folgerichtig wurde das Sommerfest abgesagt verschoben.
Tatsächlich wird das Wetter am Freitag unter den Umständen dieses Sommers sehr gut sein (Sonne, Temperaturen über 20 Grad, geht schon). Jetzt ist es aber zu spät, weil unser Office Management nicht innerhalb von zwei Tagen eine ganze Beach Party organisieren kann.

Das ist frustig und trägt nicht dazu bei, unsere schlechte Stimmung zu verbessern.

Mittwoch, April 4

Go west!

So, jetzt ist die Katze endlich aus dem Sack.

Ein amerikanischer Konzern hat uns geschluckt.

Der CEO war sogar persönlich bei uns und hat uns begrüßt mit einem von Herzen kommenden "welcome to the family". Und er hat uns dazu aufgefordert, ihm jederzeit eine Mail zu schreiben, wenn er irgendwas für uns tun kann. Falls wir uns Sorgen um die Zukunft machen oder sonst irgendwelche Fragen haben, er ist jederzeit für uns da. Denn am liebsten kümmert er sich direkt um seine (über 1000) Mitarbeiter.

Hier eine Liste der dringendsten Anliegen, die wir ihm im Laufe der nächsten Woche vorbringen möchten:

  • Wir haben deutlich mehr Frauen als Männer in der Firma, aber genauso viele Damen- wie Herrentoiletten. Dies ist ein Fall von Diskriminierung, der dringend behoben werden muss.
  • Wir haben eine Snack-Box, die etwa alle zwei Wochen gefüllt wird (genauer Rhythmus ist auch für unsere besten Analytiker nicht durchschaubar). Kinderriegel sind immer als erstes aus. So kann man nicht arbeiten.
  • Die Kaffeemaschine ist einfach zu langsam.
  • Eine Dachterrasse mit festinstalliertem Grill wäre schön.
  • Das Umwelt-Toilettenpapier kratzt immer so.
  • Wenn bei uns jemand Geburtstag hat, unterschreiben alle auf einer Karte. Diese Karte muss von den Mitarbeitern selbständig durch die Firma von Abteilung zu Abteilung getragen werden. Dies ist nicht zumutbar.

Mal sehen, was dem guten CEO dazu einfällt.

Montag, März 26

Ich will mein Leben auch zurück (via Lillian)

Hab am Wochenende gelesen, dass jeder Arbeitnehmer in der EU ein Recht hat auf 11 Ruhestunden pro Tag. Also das heißt, wenn ich morgens um 9 Uhr anfange, muss ich spätestens um 22 Uhr Schluss machen.
Wenn ich morgen um 7:30 (urgh!) den Flieger nach Köln nehmen muss und ich (weil das Online-Check-in wieder mal nicht funktioniert) um 6:45 da sein muss, dann darf ich heute nicht länger als 19:45 arbeiten.
Kann das mal bitte jemand Chef1 erklären? Bitte.

Keine Sorge, es geht mir gut. Ich hab letzte Woche 2,2 Kilo abgenommen, was aber nicht so schlimm ist, weil ich mir in weiser Voraussicht diese Kilo im Skiurlaub schon als Reserve zugelegt habe. (Clever, oder?)
Ich schlafe durch und träume nicht jede Nacht von der Arbeit.
Ich kann noch Witze machen und ich kann den Kollegen zuhören, ohne dass meine Aufmerksamkeit völlig wegknickt.
Ich habe Frau Lieblingskundin im Griff, sie hat die ganze letzte Woche nicht versucht, mich zu kündigen!
Azubine und Junior sind beide sehr hilfsbereit und bringen mir ungefragt Essen an den Platz (lecker Schoki!).
Ich trinke nicht mehr als drei Tassen Kaffee pro Tag und ein Glas Wein abends/nachts zum Runterkommen.
Wenn alles gut geht, kann ich morgen erstmal wieder durchatmen. Unser Rückflug aus Köln landet um 17:30 in Hamburg und danach werd ich nach Hause fahren und nicht in die Agentur. Darauf freu ich mich. Ein Highlight.

Dienstag, März 20

Das Leben ist hart und ungerecht

Wir sind n i c h t auf der shortlist!

Phase 1:
Sauerei!
Banausen!

Phase 2:
Dieser Wettbewerb ist sehr unwichtig.
Jetzt spar ich mir wenigstens die Rede bei der Preisverleihung.

Phase 3:
Ob ich wohl nochmal bei der Jury anrufe, ob sie nicht doch einen Fehler gemacht haben?

Samstag, März 3

A bunch of strange things happening around me

Am Dienstag hat Chef 1 um etwa 10 nach 9 die Anwesenheitstafel überprüft. Das tut er eigentlich nie und es ist auch egal, wann man morgens rein kommt, weil man abends sowieso nicht rechtzeitig raus kommt. Aus im Nachhinein mir völlig unerklärlichen Gründen war ich schon im Büro, einige Kollegen aber nicht. Auf die allgemeine Stimmung hatte dies verheerende negative keine guten Auswirkungen.

Am Mittwoch hat Kollege S. gekündigt. Das lag schon länger in der Luft, aber als es dann bekannt wurde, war es trotzdem ein kleiner Schock für mich. Ich freu mich für ihn, dass es geklappt hat. Für uns ist es aber ein Verlust, wieder mal. Aus Kostengründen wird die Stelle von Kollege S. nicht nachbesetzt.

Der Donnerstag war sehr unruhig. Es wurde sehr viel hinter geschlossenen Türen gesprochen und als ich aus der Mittagspause kam, rief mir Chef 1 gleich hinterher: Ich will dich in 10 Minuten sprechen. Das verhieß nichts gutes.
Das Gespräch auf den Punkt gebracht: Ich soll den größten Kunden von S. übernehmen. Da ich ja von Kollegin N. auch schon Frau Lieblingskundin geerbt habe, heißt das, dass ich alle meine bisherigen Kunden abgeben und damit auch die Abteilung wechseln muss. Ich werde dann nur noch diese beiden Kunden betreuen, was natürlich eine spannende Aufgabe ist undsoweiterundsofort, was aber auch heißt, dass ich "schon noch ein bisschen mehr arbeiten müsste, zumindest kurzfristig". Und langfristig? "Ja, ja, langfristig natürlich auch." Danke für's Gespräch.

Am Freitag wurden alle Mitarbeiter unter Androhung von Abmahnungen dazu aufgefordert dieses witzige nützliche Jabber-Chat-Dings zu installieren, wodurch man wegen Beantwortung von Chatnachrichten nicht mehr zum Arbeiten kommt genau überprüfen kann, wer gerade fleißig an seinem Platz sitzt und emsig auf der Tastatur rumhackt.
Der Witz des Tages war allerdings, dass Chef 1 auf Kundenbesuch leider vergessen hat, aus dem Zug auszusteigen und deshalb den Kundentermin verpasste.

Mittwoch, Februar 28

Business as usual

Gestern abend extra länger geblieben, um ein bisschen "vorzuarbeiten".

Heute nacht geträumt, ich hätte Urlaub, aber die lieben Kollegen rufen immer an und bitten mich, schnell noch dies und das zu erledigen.

Heute morgen im Radio Status Quo gehört: what you're proposing. Und sofort gedacht: Meine Güte, das Angebot, wann soll ich das denn machen.

Gerade mit der Kundin telefoniert: Nee, nee, keine Eile, lassen Sie uns am Freitag nochmal in Ruhe sprechen, vorher brauch ich gar nichts.

Jetzt sogar Zeit zu bloggen. Manchmal ist das Leben auch gerecht.

Donnerstag, Februar 22

wie man's sieht...

So so, also die Holländer wollen heute nachmittag tatsächlich starten. Ich glaub ja noch nicht dran. Der Keks hat vorgeschlagen, ich soll mal eine Grafik zeichnen: Anvisierter Starttermin in Abhängigkeit vom aktuellen Datum. Das Ergebnis ist verblüffend: Der Abstand ist immer genau ein Tag.
Mittlerweile kenne ich alle Variationen des Satzes:
In order to check and avoid any last minute mistakes I have decided to postpone the start of the project until tomorrow afternoon.
Hihi. Schadenfroh.

Zweiter Problemfall sind die Hessen, denen es auch unglaublich pressiert. Nur wenn sie mir ihre Anzeigenentwürfe nicht bis heute mittag schicken, dann kann ich das Timing nicht halten. In diesem Fall wäre das aber wirklich super. Ich kann das Timing nämlich sowieso nicht halten.
Luftanhalten. Daumen drücken.

Und ich muss ganz dringend eine data map machen für die Türken und ich hab jetzt echt keine Zeit dazu. Ich sag ihnen jeden Tag, sie kriegen es morgen. Super Strategie.

Mittwoch, Februar 7

Mitleidstour

Erster Akt
Heute morgen, ich etwa 15 Minuten zu spät, treffe Kollegin A. im Aufzug.
A.: Ich bin heute so früh dran, ich kann's gar nicht glauben.
Wir small-talkender-weise zur Empfangstheke, einstöpseln (man muss morgens einen Stöpsel setzen bei seinem Namen, um zu zeigen, dass man da ist).
Ich: Oh, Mann, ich bin schon wieder die letzte in meiner Abteilung.
A: Ich nicht, fehlen noch zwei...Ach so, ja, seit C. nicht mehr da ist, sieht's bei dir echt duster aus, oder?

Zweiter Akt
Chefin 2: Vergiss bitte nicht das Meeting um 10. Wir fangen s.t. an. Und übrigens, ich hab schon gehört, du hast den Hauptpreis gewonnen?
Ich: Welchen Hauptpreis?
Chefin 2: Naja, Frau Lieblingskundin!

Dritter Akt
Ich treffe die schwangere Kollegin N. in der Küche.
N.: Hey, herzlichen Glückwunsch. Ich hab gehört, du hast das große Los gezogen!
Ich: Du meinst Frau Lieblingskundin!
N.: Ich wäre ja dafür, dass du so schnell wie möglich alles übernimmst. Das würde mir echt weiterhelfen, das machst du doch, oder?

Vierter Akt
Beim Mittagessen.
Kollegin CA: Also, Frau Lieblingskundin, die spinnt doch, die hält die ganze Abteilung schon den ganzen Vormittag auf Trab. Und dann dieser Ton schon wieder am Telefon.
Kollege S: Naja, das wird ja nicht mehr ewig so bleiben. Zumindest geht es uns bald nichts mehr an, nicht wahr, Phoebe, freust du dich?

Ja, ich freu mich. Es ist alles in Ordnung. Ich liebe meine Kollegen!

Montag, Februar 5

Besser laut als leise

Also, Kollegin C. ist weg und Kollege R. ist auf ihren Platz gewandert.

Ich kann dazu nur sagen, wir werden wohl keine Freunde werden und ja, es liegt an mir und meiner Intoleranz.

R. ist einfach so unendlich leise. Meistens merke ich nicht, wenn er in Mittag geht und erst recht nicht, wenn er wieder kommt. Ich merke auch nicht, ob er gerade ein Projekt anfängt oder abschließt, ob er überlastet ist oder sich langweilt. Es ist einfach so, dass er nicht diese äußerst liebenswerte Eigenschaft von C. hat, alle Ereignisse lautstark zu kommentieren, zum Beispiel so:
Oh, ich hab eine Mail bekommen.
So, jetzt hab ich das rausgeschickt.
Ich glaub, ich geh heute erst später in Pause oder vielleicht doch nicht (minutenlanger Monolog über das Pausenthema).
Wenn der Kunde jetzt wieder nicht zufrieden ist, dann werf ich den Ventilator zum Fenster raus.
Ja, das waren noch selige Zeiten!

Außerdem kommt R. jeden Morgen pünktlich zur Arbeit. Was für eine Frechheit! Ich habe einfach keine Chance, vor ihm da zu sein. Alle anderen in meinem Cubicle sind auch eher so von der zuverlässigen Sorte und das heißt, ich werde jetzt jeden einzelnen Tag die Letzte sein. Das ist ungerecht.

Kollege R. macht außerdem den ganzen Tag sinnvolle Dinge. Wenn ich an seinem Rechner vorbeilaufe, bearbeitet er immer eine wahnsinnig komplizierte Excel-Tabelle und es sieht so aus, als würde er schwierige Sachen machen. Kein Ebay, kein Amazon, nicht mal wetter.de! Ehrlich gesagt, weiß ich nicht wirklich, was er da tut und es interessiert mich auch nicht. Er macht alles, was er tut, sehr sehr leise. Ich hab noch nie gehört: Sch... oder F..., noch nicht mal: Dieser Rechner treibt mich zum Wahnisnn. Und auch kein: Na endlich! Jetzt hab ich's! oder Das sieht ja gut aus!.

Alle anderen finden R. sehr nett und unkompliziert. Jaja, das stimmt schon. Wie gesagt, es liegt an mir. Wenn er wenigstens ein ganz kleines bisschen lauter wäre, nur ein paar Dezibel. Ein bisschen so wie C. vielleicht. Geht das denn nicht?

Freitag, Februar 2

TGI Friday

Also ich krieg die Krise. Erst melden sie sich alle Wochen lang gar nicht und dann wollen die Türken ganz schnell ein neues Angebot, die Holländer ihr Projekt am Samstag starten und die Schweizer verstehen die Welt nicht mehr.

Und das alles am Freitag, nachdem ich mir am Donnerstag drei Cocktails zugeführt habe und vor der Arbeit beim Zahnarzt war.

Ganz zu schweigen von dem abgebrochenen Fingernagel.

Es ist alles nicht so einfach wie es immer aussieht.

Donnerstag, Februar 1

Phoebe erklärt die Welt

Hab gerade eine interne Schulung gehalten für einige ausgewählte werte Kollegen. Es war sehr anstrengend, denn es ist meinen Kollegen nicht abzugewöhnen, ständig alles zu hinterfragen, was ich sag. So in dem Stil: Aber könnte man in einer idealen Welt nicht davon ausgehen, dass...

Chefin2 hatte die geniale Idee, die Teilnehmer der Schulung einen Evaluationsbogen ausfüllen zu lassen. Es wurden die Inhalte der Schulung und der Vortragsstil der Vortragenden (phoebe) bewertet.

Bei Inhalte bin ich so unteres Mittelfeld, bei Vortragsstil hab ich fast nur Bestnoten (Einer schrieb sogar: Du bist die Königin).
Nun, was soll mir das jetzt sagen???

a) Du bist ja ganz nett, aber du redest nur Scheiß.
b) Du hast eigentlich keine Ahnung, aber das hast du super rübergebracht.
c) Ich hab nicht zugehört, weil ich so von deinem wallenden Haar abgelenkt war.
d) Ich weiß das eigentlich alles besser, aber du rollst das R so schön.
e) Mach halt nächstes Mal was zum Thema "Bewusstseinserweiternde Drogen".

Naja, es gibt schlimmeres.

Freitag, Januar 26

König Kunde

Was ich ja echt überhaupt nicht ab kann, ist, wenn ich deadline am 31.1. hab und der Kunde schreibt am 26.1. ein Mail: I suppose you are in the finalising stage.

Von wegen, finalising stage, ich hab gestern erst angefangen, suppose du nur weiter.

Dienstag, Januar 23

Neulich im Büro

Grafiker S. hat heute seinen kreativen Tag.
Er sitzt auf dem Boden vor seinem Schreibtisch mit der Tastatur aufm Schoß.
Phoebe: Was machst du da?
S.: Man muss ja nicht immer was machen.
Phoebe: Kannst du mal aus den zwei Bildern eins machen.
S.: Ich mach vier draus. Übrigens, ich hab dein Foto in ganz groß gemacht, kannste als Bildschirmschoner nehmen.
Phoebe: ???
S.: Kannste auch kleine Kacheln draus machen.
Phoebe: Wozu soll das gut sein?
S.: Weiß ich auch nicht. Bringste mir mal was mit Alkohol?
Phoebe: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps.
S.: Wer arbeiten kann, kann auch Pralinen essen.
Phoebe geht.
Später Jabber-Message von S.: Deine vier Bilder liegen in Ordner XY.

Montag, Januar 22

Weihnachtsfeier IV

Nur der Vollständigkeit halber: Die definitiv letzte Weihnachtsfeier in dieser Saison fand am Sonntag nachmittag bei Chefin2 zu Hause statt. Da ich das schier unfassbare Glück habe mit der Hälfte meiner Arbeitszeit und Energie zur einen Abteilung und mit der anderen Hälfte zur anderen Abteilung zu gehören, weiß nie einer so genau, was ich gerade tue und ich kann zusätzlich zur Firmenweihnachtsfeier zwei Abteilungs-Weihnachtsfeiern besuchen.
Es war nett, es wurde Alkohol getrunken und die beiden Kinder haben nach und nach alle ihre Spielzeuge ins Wohnzimmer gebracht, um sie vorzuführen.
(Und die Wohnung von Chefin2 ist riesig und sehr schön und leider völlig außerhalb unseres Budgets.)

Freitag, Januar 19

Kreativ am Freitag

Ich soll mir einen "kreativen, witzigen, aber doch seriösen Titel" (Chef1) für unsere Bewerbung für den Wettbewerb überlegen.

Phoebe for President

fand er eher grenzwertig.

Mittwoch, Januar 17

brand-new toy

Jetzt bin ich schon fast neun Monate in der Firma, bis mir endlich mal einer steckt, dass wir hier so ein Jabber-Chat-Dings haben, mit dem man gezielt Kollegen von der Arbeit abhalten kann, indem man ihnen sinnfreie Nachrichten schreibt.
Nachdem ich eine Stunde gebraucht habe, um es zum Laufen zu bringen, hab ich heute schon folgende Messages bekommen:

Is cool, isn’t it?

huhu, kannst du mich hören?

Gehörst du jetzt auch zu den coolen Chattern?

chat chat chat

wir schreiben uns immer lustige sachen!

das hat aber lange gedauert bei dir

ich bin mal kurz auf klo

wie schmeckt dir der kaffee, hab ich gemacht

kannst mir auch was schreiben, wenn du nix zu sagen hast


Ich hab jetzt natürlich total Stress, weil ich mit dem Formulieren intelligenter Antworten gar nicht mehr hinterherkomme. Jetzt weiß ich wenigstens, warum die Kollegen manchmal so extrem beschäftigt tun.

Montag, Januar 15

Weihnachtsfeier III

Der Keks-Chef denkt, es ist eine gute Idee, die Weihnachtsfeier erst im Januar zu machen, weil dann ist ja auch der Vorweihnachts-Stress vorbei. Folglich war die Weihnachtsfeier am Freitag.

Der Keks-Chef denkt weiter, es ist eine gute Idee, auch die Frauen/Freundinnen seiner Mitarbeiter mit zur Weihnachtsfeier einzuladen. Wie in jedem Jahr erläuterte er auch dieses Mal die besondere Bedeutung der (Haus-)Frau in der männlich dominierten Berufswelt. „Ein Großteil unseres Geschäftserfolges geht auch auf Sie, liebe Damen zurück. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Herren am Montag motiviert zur Arbeit erscheinen. Sie sorgen dafür, dass sie sich, auch wenn es mal später wird in der Firma, zu Hause gut entspannen können. Sie schaffen für Ihre Männer einen wichtigen Ausgleich zum hektischen Alltag im Büro.“

Jetzt wissen wir also wieder bescheid: Ich bin das Rundum-Wohlfühl-Paket für den Keks. Das ist meine Aufgabe. Dafür darf ich dann einmal im Jahr zur Weihnachtsfeier und ein Sechs-Gänge-Menü zu mir nehmen (was allerdings extrem lecker war!). Außerdem krieg ich einen Blumenstrauß und ein Weihnachtsgeschenk.

Ansonsten war der Abend die übliche Mischung aus „ganz nett“ und „etwas anstrengend“. Leider hatten der Keks und ich uns nicht gut abgestimmt, so dass wir beide am Ende des Abends fahrtüchtig waren, was ärgerlich war, denn der Wein war eigentlich sehr schmackhaft.

Donnerstag, Januar 11

Besser spät als nie

Heute morgen gegen 9.20 Uhr dachte ich im Halbschlaf:
Komisch, dass der Wecker gar nicht geht, ich muss doch irgendwann mal aufstehen, wie spät ist es denn?

Ich sah auf die Uhr. 9.20 Uhr.
Ist heute Samstag? Vielleicht ist heute Samstag. 9.20 Uhr, kann ja gar nicht sein, 9.20 Uhr während der Woche.

Pause.
War gestern Freitag? Ich kann mich nicht erinnern.

Pause.
Warum ist Keks nicht da? Ach ja, Keks musste um 6 Uhr zum Flughafen. Arbeitet der jetzt schon am Wochenende?

Pause.
Keks arbeitet doch nicht am Wochenende.

Pause.
Ist heute gar nicht Samstag? Aber wieso ist es 9.20 Uhr?

Pause.
Scheiße! Was mach ich jetzt?

Hektisches Gewusel meinerseits. Ich überprüfte noch dreimal den Wecker, ob er falsch gestellt war (Fehlanzeige), den Kalender, ob doch Samstag ist (auch Fehlanzeige), mein Gedächtnis, ob ich heute aus irgendwelchen Gründen frei hab (auch Fehlanzeige).
Da ich mich am besten Willen nicht an die Telefonnummer der Agentur erinnern konnte, suchte ich meine Visitenkarte und rief die Zentrale an. Chefsekretärin D.:
Ach, Frau Phoebe, nur keine Hektik, macht ja nix, ich sag Chef1, sie sind in einer Stunde da.

Eine Stunde später sah ich mir selbst, etwas neben mir stehend, zu, wie ich in der Agentur ankam, irgendwas von „Wecker nicht gehört“ nuschelte und mich still an meinen Schreibtisch verdrückte.

Kollegin K. vermutete, ich hätte die beiden Cocktails, die wir gestern nach der Arbeit zu uns genommen hatten, nicht ganz vertragen.
Chefin1 meinte, sie wäre ja froh, dass ich überhaupt noch aufgewacht wäre.
Kollegin C. wies mich freundlicherweise darauf hin, dass morgen auch nicht Samstag sein wird.

Mittwoch, Januar 10

Vorwarnung

Ich hab zur Zeit eine Kundin, die ruft immer an, um zu sagen, dass sie morgen wieder anruft.

Oder sie ruft an, um zu sagen, dass sie mir gerade eine Mail geschrieben hat. Die Mail liest sie mir dann am Telefon vor.

Mittlerweile ist es so weit, dass ich jede Mail von ihr sofort mit einer kurzen Mail beantworte, in der ich schreibe, wann ich ihre Mail lesen werde.

Freitag, Januar 5

Sozialer Druck

Gestern hatte ich zum ersten Mal meine Sporttasche mit in der Firma. Es ist zwar sehr unpraktisch, sich im Berufsverkehr mit einer Sporttasche (meine ist sehr groß!) in die U-Bahn zu quetschen, erhöht aber die Chancen, abends tatsächlich zum Sport zu gehen, gewaltig. Man versucht schließlich doch zu verhindern, die Tasche unverrichteter Dinge wieder nach Hause zu tragen. Außerdem ist der Berufsverkehr, wenn ich jetzt mal kurz ehrlich bin, eigentlich schon deutlich am Abflachen, wenn ich zur Arbeit fahre.


Was ich nicht bedacht hatte, war die Massivität des sozialen Drucks, den so eine Sporttasche erzeugt. Auf dem Weg vom Empfang zu meinem Schreibtisch musste ich etwa fünf Mal erläutern, dass ich
a) noch zum Sport will und
b) ja, hat schon was mit den Neujahrsvorsätzen zu tun und
c) dass ich Aerobic mache und
d) in der Kaifu und
e) ich versuche regelmäßig, aber klappt nicht immer so gut.

Als ich meine Tasche neben meinem Mobi-Schrank abstelle, fragt
Chefin1: Was hast du mit der Tasche vor?
Phoebe: Ich geh heut noch in die Kaifu.
Chefin 1: Was? Du fliegst heut noch nach Korfu?
Phoebe: Ja, genau, ein bisschen Dance Aerobic.

Prompt haben mich heute morgen schon drei Leute gefragt, wie's denn so war gestern auf Korfu.